Diese Regel basiert auf der Annahme, dass bei einer schwingenden Beanspruchung jede geschlossene Hystereseschleife eine Teilschädigung des Werkstoffs im betrachteten Kerbgrund verursacht. Mit der Anzahl der Schwingspiele ni auf einem Spannungshorizont ∆σi wird die Teilschädigung ni/Ni ermittelt, die linear in die Summe der Gesamtschädigung D eingeht. Hierbei ist Ni die der Spannungsschwingbreite ∆σi zugeordnete Bruchlastspielzahl für die WÖHLER-Linie des betreffenden Konstruktionsdetails. Das Versagen infolge Ermüdungsbeanspruchung tritt definitionsgemäß unter der vereinfachten Annahme ein, wenn die Summe der Teilschädigungen ni/Ni den Wert D = 1 erreicht:

Soll ein Versagen vor Ablauf einer bestimmten Nutzungsdauer verhindert werden, muss die Schadenssumme D<1 sein. Die Teilsicherheitsbeiwerte auf der Widerstandsseite sowie weitere Einflüsse (z.B. Blechdickeneffekt) sind dabei zu berücksichtigen. Bei nichtperiodischer Beanspruchung können auch Schwingbreiten, die kleiner als der Schwellenwert der Ermüdungsfestigkeit sind, Schäden verursachen. In diesem Fall entfällt der horizontale Schwellenwert ∆σL.